Das Ende

Dezember 30, 2011

Na, was hab ich gesagt, auch “zwischen den Jahren” spielt die Welt weiter verrückt. Aber ich will doch zuvor einen kurzen Blick in den Rückspiegel werfen. Was brachte uns 2011? Es war mal wieder ein Jahr der Katastrophen, wie jedes Jahr. Wir hatten unsere selbst gemachte, künstliche Finanzkatastrophe und die Japaner eine sehr natürliche Katastrophe. Beide bewegten die ganze Welt, jede auf ihre Weise. Auf der “kleinen asiatischen Insel” brachte das Beben der Erde ein Kernkraftwerk zur Explosion, in Europa brachte das Beben der Finanzmärkte ganze Staaten zur Explosion.
Leider haben wir nur aus einem dieser Beben tatsächlich Schlussfolgerungen gezogen. Nachdem gerade erst die Verlängerung der AKW-Laufzeiten als eine Energierevolution, als Weg in den Ausstieg aus dem Atomstrom, irgendwann einmal, gefeiert wurde, schaltete man nach Fukushima die Kernkraftwerke tatsächlich einfach ab. Wo man kurz zuvor noch hörte, in Deutschland würden die Lichter ausgehen, wenn man aus der Atomenergie zu schnell aussteige, da wurde nun ganz selbstverständlich verlautbart, dass in unserem Land keine einzige Glühbirne, ich meine Energiesparlampe, ausgeht, wenn die AKW plötzlich vom Netz genommen werden.
In Japan gingen hingegen viele Lichter aus und einige davon werden nie wieder angehen. Da schien es schon wie Hohn, wenn wir den Wetterbericht verfolgten, mit der Angst, zu uns könnte die ganze Radioaktivität herüber geweht werden. Japan liegt ja quasi vor unserer Haustür.
Auch dieses Jahr hatten wir wieder unsere Seuche, diesmal waren die Übeltäter kleine, harmlose Sprossen, doch auf ihnen hatten sich noch viel kleinere aber um so fiesere “Freunde” angesiedelt. Die sogenannten “EHEC” lehrten uns das Fürchten, und zwar vor Salat, Gurken, Tomaten und allerlei anderem gesunden Gemüse. Am Ende waren es dann die Samen des Bockshornklees aus Ägypten.
Dabei hatte die arabische Welt dieses Jahr weitaus besseres zu bieten als ein paar verseuchte Sprossen. Es war ein Frühling, der das ganze Jahr anhalten sollte. Ein Frühling der Freiheit von Tunesien bis Ägypten. Mal unblutig und mal unerbittlich grausam kam die Revolution über die Staaten Nordafrikas. Die Menschen befreiten sich von der Unterdrückung durch Despoten, die die Staaten Europas all zu lange hofiert hatten, nur um ihre eigenen Interessen zu schützen. Was die Menschen nun mit ihrer neu erworbenen Freiheit machen, wird die Zeit zeigen. Wir sollten uns da weitestgehend heraus halten.
Aber wir haben ja auch genug eigene Probleme, zum Beispiel den Euro.
Wobei der Euro selber gar nicht das Problem ist, es ist eher die fehlerhafte Konstruktion des selbigen, die Unehrlichkeit einiger Staaten, die Gier des Finanzsektors und die Unfähigkeit der europäischen Politiker, dieser Einhalt zu gebieten. Haben wir aus dem Erdbeben in Japan noch die richtigen Schlüsse gezogen, versagten wir bei der Betrachtung des Finanzbebens in Europa vollends. Niemand, einschließlich der deutschen Regierung, traute sich, die richtigen, konsequenten und notwendigen Schritte einzuleiten, um dem Finanzwahnsinn ein Ende zu setzten.
Aber unsere Regierung war in diesem Jahr eh mehr mit sich selbst beschäftigt, als mit ernsthafter und sinnvoller Politik. Da hätten wir diese kleine Splitterpartei namens FDP, die, ist sie nicht gerade mit Selbstzerfleischung beschäftigt, uns eindringlich vorführt, wie wahre, gelebte Demokratie nicht aussieht. Die CSU tat auch 2011, was sie am besten kann, alle gegeneinander ausspielen. Und dann wäre da noch unsere Kanzlerin, die sich selbst gerne als “eiserne Lady” sieht, und dann doch meistens nur als “bleierne Ente” daher kam.
Leider sah es in der Opposition auch nicht wirklich besser aus. Da hat auch dieses Superwahljahr nicht viel daran geändert. Die Grünen konnten vielleicht etwas Profil gewinnen, die Piraten etwas Aufmerksamkeit und die Linken einen Blumenstrauß. Die SPD dümpelte im großen und ganzen Ziellos vor sich hin. Und zu guter Letzt hieß es dann in Nordkorea noch, der Diktator ist tot, es lebe der Diktator.
Alles in allem also ein durchschnittliches Jahr, für den einen mehr, für den anderen weniger. Und was bringt uns 2012?
Auch im nächsten Jahr wird man die “Mikrobe der menschlichen Dummheit” nicht ausrotten. Der Wahnsinn im nahen Osten wird seinen Lauf nehmen und wir müssen uns mit der Geißel der Finanzwelt weiterhin herumschlagen.
Es rollt auch wieder der Ball in Europa und die olympische Flamme brennt in London. Schließlich wird es für manch einen ein böses Erwachen geben, wenn er auch nach dem 21. Dezember 2012 immer noch auf dieser Welt wandeln muss. Denn das hier ist noch lange nicht das Ende.

Komm gut ins neue Jahr, wir sehen uns dann da.

Mehr Infos über 2012: http://de.wikipedia.org/wiki/2012

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